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Artikel aus BUNTE Nr. 8 vom 13.02.2002  


Reise durch das eigene Herz

Der ultraschnelle Computertomograf scannt das Herz, erkennt schonend Vorboten von Infarkten

Doktor Bernd Dörflingers Finger zeigt auf den Computerbildschirm: "Sehen Sie da! Eine Verkalkung im Inneren des rechten Herzkranzgefäßes!" Und er flüstert, als ob er es selbst immer noch nicht glauben kann: "Eine technologische Revolution." Auf dem Bildschirm läuft gerade ein unglaublicher Film ab: eine Reise durch das Herz, genauer durch die Herzkranzgefäße. Vorbei an arteriosklerotischen Ablagerungen, die, wenn man sie nicht behandelt, bald das Gefäß verschließen und zum Herzinfarkt führen können. Der Münchner Radiologe: "Wer das sieht, nimmt seine Medizin."
Virtuelle Koronarangiografie heißt die heute schonendste Methode, ins eigene Herz zu blicken. Ohne Katheter, ohne Instrumente, ohne Schnitt. Man legt sich auf eine Liege, bekommt ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt, hält 15 Sekunden die Luft an. Und der neue 2 Millionen Euro teure Computertomograf, von dem nur in München und Berlin einer steht, macht mit Hilfe von EKG und Computersoftware einen Videofilm vom Herzen. "Bei 80 Prozent der Patienten finden wir eine krankhafte Veränderung", sagt der Radiologe.
Wer sollte sich denn vom virtuellen Auge ins Herz blicken lassen? "Wer zum Beispiel einen Herzkatheter zur Diagnose verordnet bekommt, denn die neue Methode ist viel schonender. Und Menschen, die sich einfach alle zwei Jahre davon überzeugen wollen, dass noch alles in Ordnung ist mit dem Lebensmotor ". 750 Euro kostet die Untersuchung. Nur die privaten Kassen zahlen. M.G.

 Blicke nach Innen

Das Herz von außen (ein Computerausdruck) wie es der ultraschnelle Computertomograf sieht.

Eine Verkalkung (Plaque) im Herzkranzgefäß. Der Hightechapparat spürt sie millimeterklein auf.
Bunte Nr. 8 / 2002 - www.bunte.de

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